Peanut-free!?!

Wie ich wohl schon früher Mal erwähnt habe, ist hier alles, was Schule, Preschool oder Gymnastikhalle betrifft, “peanut-free”, was immer das auch heissen mag. Das Symbol dazu hängt überall gut ersichtlich an Türen, Wänden und wird den Eltern auch mittels Brief nach Hause geschickt. Nahrungsmittelkonzerne haben natürlich rasch gemerkt, dass man damit viel Geld machen kann und ihre “peanut-free” Produkte lanciert. Weil die Erdnuss anscheinend die billigste Nussvariante ist, und hier eh nicht viel Geld fürs Essen ausgegeben wird, hat es einfach überall Erdnüsse drinnen, um keine Baumnüsse, Haselnüsse, Mandeln oder andere Nüsse verwenden zu müssen. Die Anzahl allergischer Kinder ist hier anscheinend höher als in Europa, allerdings habe ich dazu nie irgend etwas seriöses gelesen. Diese erdnussfreien Zonen sollen den allergischen Kindern das Leben erleichtern, was in der Theorie ja ganz gut wäre. Das Problem ist nur, dass es hier nur so von erdnussfreien Zonen wimmelt, und man diese mit der Zeit gar nicht mehr ernst nimmt, zumal alle Produkte, die nicht explizit mit dem “peanut-free” Symbol gekennzeichnet sind, Erdnüsse enthält. Auch wenn es nur “may contain peanuts” heisst, ist das entsprechende Produkt in diesen Zonen eigentlich nicht erwünscht. Aber eben. Kontrollieren tuts niemand, und befolgt werden diese Verbote bestimmt nicht von allen. Auch ich nehme diese Symbole nicht mehr so ernst und gebe manchmal ein Produkt mit, das Erdnüsse enthalten könnte. Wie es mit der Praxis hapert zeigt das Beispiel an der Schule von N. und Y.: Zu Beginn des Schuljahres erhielten alle Eltern einen Brief mit dem Hinweis, die Kinder sollten nur Produkte in die Schule bringen, die keine Erdnüsse enthalten. Dazu gehören eben auch Produkte, die Erdnüsse enthalten könnten. Und Produkte, bei denen die Lehrerin nicht sicher ist, ob sie Erdnüsse enthalten, dürfen die Kinder nicht essen. Nun ist es so, dass die Schule als Fundraising-Programm einmal in der Woche Hotdogs oder Pizzas für die Kinder anbietet. Dazu wird jeweils auch ein Cookie serviert. Und eben. Diese Cookies enthalten anscheinend Peanuts, bzw. werden an einem Ort produziert, wo Peanuts verarbeitet werden. Bis jetzt war dies kein Problem. Als ich aber vor zwei Wochen bei der Vergabe der Pizzas mitgeholfen hatte, durfte N. sein Cookie nicht essen, weil ein Mädchen in seiner Klasse eben allergisch ist gegen Erdnüsse… Wie bitte? Da verlangt man von uns Eltern, den Kindern nur erdnussfreie Produkte in die Schule zu geben, der Elternverein aber, der dieses Fundraising organisiert, scheint sich nicht darum zu kümmern. Einmal mehr scheint hier Geld wichtiger zu sein als die Gesundheit (der eigenen Kinder)! So stand es in der E-Mail, die wir heute erhalten haben:

Also, we feel it important to make you aware that while no products in this program contains peanuts or nuts, we CANNOT guarantee that the food will be 100% nut free as the food ordered is NOT GUARANTEED to be nut free and the area where the food is prepared is also NOT GUARANTEED to be be nut free.

As this is a fundraiser, you can choose to participate or not.

Der letzte Satz ist besonders fragwürdig, da es bei allergischen Kindern eben auch dann Allergien gibt, wenn der Tischnachbar ein Produkt mit Erdnüssen isst, und andererseits ist es für das Kind, das sein Produkt, das es von der Schule erhalten hat, nicht essen kann, auch nicht gerade toll, oder?!?

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One Response to Peanut-free!?!

  1. Andrea Fleiner says:

    Erdnuesse und Erdnussbutter ist hier Tradition und viele besonders heikel Kinder wachsen hier auf und essen Peanutbutter and Jelly Sandwiches. Meine Kinder natuerlich nicht. bei uns mag keiner Erdnussbutter. Aber man findet es sogar auf der Menuliste in Restaurants. Es ist billiges Protein… Viele Leute essen das aber nicht nur in der Kindheit, sondern auch spaeter noch. Manche auch dann noch fast taeglich.
    Erdnuesse, jedenfalls stand das so in den amerikanischen Schwangerschaftsbuechern, wird verdaechtigt bei Genuss dessen in der Schwangerschaft die Chance einer Erdnussallergie zu erhoehen und es wird empfohlen waehrend der Schwangerschaft darauf zu verzichten… Das duerfte aber einigen hier schwer fallen… und wuerde erklaeren, wieso es weniger Erdnussallergiker in Europa gibt.
    Hier in den USA wird die Erdnussallergie auch ernst genommen, allerdings geht man meist nicht so weit wie das bei Du das beschreibst, ausser jemand sei nicht nur auf den Genuss, sondern auch auf Hautkontakt mit Erdnussprodukten allergisch.
    Wenn dem so ist, dann wird mit den Eltern der Klasse gesprochen, der Schueler erwaehnt und die Klasse dann angehalten auf Produkte mit Erdnuessen zu verzichten. Das mit dem Fundraising ist immer so eine Sache. Ich bin hier an der Schule laufend am Fundraiser organisieren und kann Dir sagen, dass die Organisatoren dieser Fundraiser auch mit einer simplen Spende zufrieden sind. Du brachst die Produkte nicht zu kaufen, wenn sie Dir nicht passen. Die Schule profitiert sowieso meist, wenns hoch kommt nur zu 50% davon. Flat donation heisst das und bevor man nicht mindestens einen Fundraiser organisiert hast, darf man eigentlich nicht darueber schimpfen…

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