R. in der Daycare: 5.12.2011

Heute Morgen brachte ich L. und zum ersten Mal auch r. in die Daycare. Obwohl er natürlich schon oft dort war – jedesmal wenn ich L. gebracht oder abgeholt habe –  würde er heute zum ersten Mal ohne mich bleiben. Als ich ging, spielte er mit L. und liess sich nicht stören. Ich nutzte die kurze Zeit, um mir das nachhaltigste Gebäude Nordamerikas näher anzuschauen. Auf den Tischchen im Eingang lagen Blätter für eine “self-guided” Tour. So führte ich mich also selber durch die ersten beiden Stockwerke und sah mir unter anderem die Aula an, die gerade nicht besetzt war, haben die Studenten doch Semesterferien. Hier einige Fakten zum Gebäude:

Regen- und Stormwasser wird ausserhalb des Gebudes gesammelt und in einen unterirdischen Aquifer geleitet.

In der Ecke des Gebäudes sieht einen Tank mit Pflanzen. Deren Wurzeln enthalten Bakterien, die das Abwasser säubern. Das gesäuberte Wasser wird anschliessend für die WCs und die Bewässerung der Pflanzen auf dem Dach und die Pflanzen, die den Fenstern entlang hochklettern, gebraucht.

Die Aula, in der ich mich kurz hinsetzte, enthält 423 Sitze und wird hauptsächlich durch Tageslicht erhellt. Die Decke wurde aus rezykliertem vom Pine-Beetle befallenen Kiefernholz gebaut. Der Pine-Beetle ist so etwas wie der Nordamerikanische Borkenkäfer.

Auf dem Dach und an der südlichen und westlichen Seite des Gebäudes befinden sich Photovoltaik Platten zur Energiegewinnung aber auch, um in den Büros Schatten zu spenden.

Im Eingang befindet sich das Loop Café, worüber ich in meinem nächsten Blog schreiben werde.

Im ersten Stock hatte es heute eine Ausstellung zum Aussehen zukünftiger Städte, was ganz interessant war. Planungsbüros konnten sich Vorstellungen über zukünftige Nutzungen in Städten machen. So stellte sich eines der Büros bspw. die Champs Elysée als grüne Fussgängerzone vor, unter welcher die Autos durchfahren. Man konnte im ersten Stock aber auch gut sehen, dass dieses Gebäude hauptsächlich durch Tageslicht beleuchtet wird, natürlich um Energie zu sparen.

So sehen viele Bueros hier aus (Wikipedia)

Davon können viele Studenten in der neu erstellten Business School nur träumen, sitzen die meisten doch zusammengepfercht in einem “cubicle” und haben kaum oder gar kein Tageslicht. C. hatte Glück, sein Professor hat sich für ihn eingesetzt und ihm ein Büro am Rande der cubicles besorgt, mit Fenster und Blick aufs Meer, dies sei aber nur so nebenbei erwähnt.

Nach meiner kurzen Tour war es bereits Zeit, R. abzuholen. Einen Tee würde ich morgen trinken kommen.

So fuhr ich kurze Zeit später bei Sonnenschein mit R. auf dem Velo zurück nach Hause. Seine ersten Daycare-Minuten schienen ihn nicht traumatisiert zu haben. Den Nachmittag verbrachte ich mit Gritibänz backen und Telefonieren nach Fontenais in den Kanton Jura. Als die beiden Jungs von der Schule kamen, war wieder Mal einiges los, sie freuten sich schon auf den bevorstehenden Besuch des Samichlaus! Dieser kam schliesslich kurz vor Mitternacht, als alle schliefen, und legte jedem Kind und deren Eltern die schön gestickten Samichlaussäcke aus Marly unter den Baum.

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